Kreativtour: GAL besucht Ultrawaves in Harburg

Es brodelt und zischt, wenn Dr. Klaus Nickel seinen Ultraschall-Demonstrationsreaktor für die Gäste von der GAL anschmeißt. Nickel und seine Mitarbeiter entwickeln Verfahren zur Aufbereitung von Klärschlamm mittels Ultraschall. Durch die Schallwellen wird der Abbau des Schlamms beschleunigt, die Biogas-Ausbeute steigt um 30 Prozent. Auch für die Reinigung von Schwimmbädern eignet sich Nickels kleiner Reaktor. Mit ihm können bis zu 80 Prozent Chlor eingespart werden.

Nickel hat nicht nur gute Ideen, sondern setzt sie auch in die Praxis um. Die Reaktoren seines Unternehmens Ultrawaves werden inzwischen in vielen Ländern eingesetzt. Die GAL-Vorsitzende Anja Hajduk war Ende Februar gemeinsam mit Christian Maaß , dem umweltpolitischen Sprecher der Bürgerschaftsfraktion, und Parvin Schröder von der GAL Harburg zu Besuch bei Ultrawaves. Das Unternehmen war die zweite Station der GAL-Kreativtour, deren Ziel es ist, mit besonders innovativen Unternehmen und Organisationen ins Gespräch zu kommen und für das Leitbild Kreative Stadt zu werben.

Neben der technischen Demonstration im Labor erzählte Klaus Nickel den GALiern von den Schwierigkeiten eines Existenzgründers, der den Sprung aus der Forschung in die Praxis wagt: "Wenn es um die Unterstützung von Ideen geht, wird viel Aufwand betrieben, aber nicht mehr, wenn es an die Umsetzung geht. Hier ist auch der Senat gefordert, seine Universitäten stärker in Anspruch zu nehmen."

Im Jahr sieben nach der Gründung verkauft Ultrawaves Lizenzen für seine Technologie bis nach China und Japan. In Deutschland läuft der Absatz eher schleppend. "Besonders die Kommunen als Betreiber von Kläranlagen sind schwer zu überzeugen, da kann die Umsetzung schon mal zwei Jahre dauern. Viele Kommunen sehen sich nicht als Energieproduzenten, sondern als Betreiber von Entsorgungsanlagen."

In der Wissenschaftsgemeinde findet Ultrawaves weltweit Anerkennung. "Wir werden zu jeder Konferenz eingeladen", sagt Nickel. Allerdings würde er sich wünschen, dass auch das Interesse in Deutschland steigt. Schließlich lässt sich mit der Technologie Geld sparen und Umweltschutz betreiben.

 

Pressemitteilung der GAL-Hamburg, Februar 2007